Ein völlig verrücktes Handballspiel
(shz; Holger Petersen) SH-Liga, Frauen HC Treia/Jübek gewinnt nach 9:17-Rückstand noch mit 20:19 gegen Lauenburg.
Zur Pause mit vier Toren in Rückstand gelegen, eine Viertelstunde vor Schluss mit acht Treffern ins Hintertreffen geraten – und doch noch in buchstäblich letzter Sekunde gewonnen. Die Handballfrauen des HC Treia/Jübek haben nach einem völlig verrückten und dramatischen SH-Liga-Spiel einen 20:19 (6:10)-Heimsieg gegen den Tabellendritten Lauenburger SV gefeiert.
„Das war krass emotional“, jubelte Trainerin Manuela Hinrichsen nach dieser 60-minütigen Berg- und Talfahrt. Sie sei superstolz auf jede einzelne Spielerin. „Die Mannschaft hat trotz der aussichtslosen Lage nie aufgegeben und sich durch ihre tolle Moral am Ende doch noch belohnt."
Als Sarah Börnsen mit dem Schlusspfiff auch ihren siebten Siebenmeter eiskalt verwandelte und zum finalen 20:19 ins Lauenburger Gehäuse einwarf, kannte der Jubel keine Grenzen. Noch lange und lautstark drehte der schwarz-weiße Jubelkreis seine Runden in der Silberstedter Sporthalle.
„45 Minuten lang haben wir echt Grütze im Angriff gespielt“, berichtete die HC- Trainerin, die durch ein Wechselbad der Gefühle ging. „Doch die Schlussminuten waren echt der Hammer.
“Die Abwehr der Gastgeberinnen verdiente sich während der gesamten Spielzeit die Note „sehr gut“ – im Gegensatz zum Angriff, der bis zur 46. Minute fast nichts auf die Kette kriegte. 9:17 hieß es zu diesem Zeitpunkt – der Drops schien gelutscht. Was folgte, war eine wundersame Auferstehung der HC-Damen, die mit einem furiosen 9:0-Lauf binnen zwölf Minuten das Blatt wendeten und die 100 Zuschauer von ihren Sitzen rissen. Mit zwei verwandelten Strafwürfen in der Crunchtime krönte Sarah Börnsen die atemberaubende Jübeker Aufholjagd.
HC Treia/Jübek: Höppner, Boy - Huß (2), Ley (1), Börnsen (8/7), Christofzik, Priebus (2), Wohlert (2), Jessen (2), Dahm (1), Boddenberg, Steltner (2), M. Bernhardt, C. Bernhardt.